Lebensmittelverschwendung: ein unnötiger Ressourcenverbrauch
Wer Lebensmittel verschwendet, wirft auch wertvolle Ressourcen weg: Wasser, Energie, Arbeit und fruchtbare Böden. Eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung leistet deshalb einen entscheidenden Beitrag zum Schutz von Umwelt und Klima – und ist ein wichtiger Baustein einer nachhaltigen Lebensweise.
KLAV: Zentrale Anlaufstelle für die Lebensmittelbranche
Um Unternehmen beim Kampf gegen Lebensmittelabfälle zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Kompetenzstelle zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen und -verlusten (KLAV) ins Leben gerufen. Sie soll zur zentralen Ansprechpartnerin für Unternehmen und Verbände werden, um Lebensmittelverschwendung effektiv zu reduzieren.
Ziel ist es, die Vernetzung innerhalb der Lebensmittelbranche zu stärken und praktikable Lösungen aufzuzeigen. Die KLAV bietet dazu praxisnahe Informations- und Schulungsangebote und vernetzt Unternehmen der Primärproduktion, Verarbeitung, des Handels sowie der Außer-Haus-Verpflegung. Gemeinsam sollen Reduktionspotenziale identifiziert und wirksame Maßnahmen entwickelt werden.
Im Fokus: Die Agenda 2030
Die Initiative folgt dem Ziel der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen sowie der überarbeiteten EU-Abfallrahmenrichtlinie: Bis 2030 sollen die weltweite Lebensmittelverschwendung pro Kopf halbiert und auch Nachernteverluste deutlich verringert werden.
Was zählt dazu? Nicht nur Speisereste oder unverkaufte Produkte, sondern auch vermeintlich „unverwertbare“ Bestandteile wie Kaffeesatz, Obstschalen oder Knochen. Die Primärproduktion hat daran einen Anteil von zwei Prozent, in der Verarbeitung fallen 15 Prozent an, im Handel sieben Prozent und bei der Außer-Haus-Verpflegung weitere 18 Prozent. Der weitaus größte Teil der Lebensmittelabfälle entsteht mit 58 Prozent bzw. 6,3 Mio Tonnen allerdings in den privaten Haushalten.
Weniger wegwerfen – so geht’s:
Mit kleinen Veränderungen im Alltag lässt sich viel erreichen. Hier einige einfache, aber effektive Tipps:
- Vorräte im Blick behalten: Lebensmittel übersichtlich lagern, regelmäßig kontrollieren
- Geplant einkaufen: Einkaufsliste schreiben, Mahlzeiten vorab planen
- Reste kreativ verwerten: Überreife Bananen werden zu Bananenbrot, weiche Tomaten zur frischen Sauce – vieles lässt sich lecker verwandeln
- Keine Scheu vor Makeln: Auch krumme Gurken oder fleckige Äpfel schmecken wunderbar
- Vorrat anpassen: Großpackungen nur kaufen, wenn sie auch aufgebraucht werden
- MHD vs. Verbrauchsdatum: Beim Mindesthaltbarkeitsdatum selbst prüfen – bei Fisch & Fleisch hingegen gilt: Verbrauchsdatum = Sicherheitsgrenze!
- Lebensmittel retten: Plattformen und Apps wie „Too Good To Go“ oder „Foodsharing“ helfen dabei, überschüssige Lebensmittel weiterzugeben statt wegzuwerfen
Richtig entsorgen – Umwelt schützen
Auch die Entsorgung spielt eine entscheidende Rolle: Ungenießbare Lebensmittelreste gehören – ohne Verpackung – in die Biotonne. Auf keinen Fall dürfen sie in Toilette oder Spüle entsorgt werden! Das kann zu Rohrverstopfungen führen, lockt Ratten an und erschwert die Abwasserreinigung. Gekochte Speisereste und tierische Abfälle gehören aber auch nicht auf den heimischen Kompost, denn dort ziehen sie unerwünschte Tiere an.
Weitere Informationen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung finden Sie auf der Website des Umweltbundesamtes oder bei uns. Wir helfen Ihnen bei allen Fragen rund um das Thema Recycling und Mülltrennung weiter.




